Karate Dojo Mönchengladbach 1968 e.V.
    KOBUDO Verband NRW 1990 e.V. 


GRUNDSTELLUNGEN ( Tachikata )  im SHOTOKAN KARATE

In jeder Kampfkunst gibt es eine Vielzahl von Grundstellungen, mit denen sich der Schüler nach und nach vertraut macht, sie aber anfangs als eher unpraktisch, anstrengend oder sogar lästig empfindet. Dabei erfüllen diese Grundstellungen einen wichtigen Zweck, nämlich den Ausführenden im Endpunkt seiner Bewegung zu stabilisieren und ihm damit eine effektive Technik zu ermöglichen.

Auch im Karate - Do gibt es eine Vielzahl von Grundstellungen, die sich erst einmal grob in drei Gruppen bezüglich ihres Schwerpunktes einteilen lassen. Als Erstes sind das die Stellungen, bei denen der Schwerpunkt des Körpers in der Mitte liegt. Der bekannteste Vertreter ist wohl der Kiba - Dachi. Bei den anderen beiden Arten liegt der Schwerpunkt entweder vorne oder entsprechend hinten. Hier sind die bekanntesten Stände der Zenkutsu - Dachi und der Kokutsu - Dachi.

Befaßt man sich genauer mit der Ausführung der jeweiligen Stände, so lässt sich ein gravierendes Problem feststellen. Wird ein Stand sehr tief ausgeführt, so stellt er eine stabile und kraftvolle Endstellung dar. Allerdings lässt sich nun eine Folgebewegung in einen anderen Stand nicht mehr schnell genug ausführen. Der tiefe Stand, der dem Karateka also Stabilität geben soll, nimmt ihm gleichzeitig seine Beweglichkeit. Für einen hohen Stand gilt der umgekehrte Fall. Der Karateka wird nicht durch den Stand geblockt und ist somit schnell beweglich, muss aber dafür einen Teil seiner Stabilität einbüßen.

Hier einen geeigneten Mittelweg zu finden, der auch noch der jeweiligen Situation angepasst ist, ist eine Aufgabe, die den Karateka sein ganzes Leben lang begleitet. Denn mit steigendem Alter verändern sich auch seine Stände. Sie passen sich nicht nur den jeweiligen körperlichen Beschränkungen an, sondern werden auch durch die wachsende Erfahrung des Karateka, der immer mehr seine individuellen Kampfhaltungen findet, geformt. Die Grundstellungen, die anfangs aufs genaueste festgelegt waren, haben sich nun zu einer individuellen Form gewandelt. Sie sind nun nicht mehr die unpraktischen und belastenden Stellungen, sondern sind für den Karateka natürliche Haltungen geworden, die ihm in jeder Situation optimale Beweglichkeit und Stabilität liefern. Die Frage nach dem Sinn der verschiedenen Grundstellungen wird nun leichter verständlich.

Auch das langwierige Verharren in einer tiefen Stellung während des Kihon, das schnelle Drehen um die eigene Achse bzw, das einbeinige Stehen in einer Kata sind wichtige Übungen im Training, die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Sie sollen Kraft, Schnelligkeit und Gleichgewichtssinn schulen und dem Karateka die Möglichkeit geben seinen Körper kennen und beherrschen zu lernen, damit er in jeder Situation optimal reagieren kann. Eines darf nicht vergessen werden, nämlich das Grundstellungen in der Regel immer Endstellungen sind. Sie werden vom Karateka in einer Verteidigungssituation nur sehr kurz eingenommen und dann sofort wieder verlassen, damit er nicht zu einem unbeweglichen Ziel wird und sich damit selbst gefährdet.

Musubi - Dachi
verbundene Stellung
Fersen zusammen, Füße leicht nach außen,
wird beim Ritsu - Rei angewendet

Heisoku - Dachi
geschlossene Fußstellung
Füße parallel zusammen, Knie leicht gebeugt
z.B. in Kata: Bassai - Dai

Hachiji - Dachi/Shizentai
Stellung wie Schriftzeichen Hachi
Füße schulterbreit auseinander und
leicht nach außen

Heiko - Dachi
Parallelstellung
Füße schulterbreit und parallel nach vorne
z.B. in Kata: Bassai - Dai

Zenkutsu - Dachi
Vorwärtsstellung
Füße schulterbreit auseinander,
Gewicht auf dem vorderen Bein
z.B. in Kata: Heian - Shodan

 Kokutsu - Dachi
Rückwärtsstellung
Fersen auf einer Linie,
Gewicht auf dem hinteren Bein
z.B. in Kata: Heian - Shodan

Kiba - Dachi
Reiterstellung
Füße parallel nach vorne und doppelt schulterbreit
auseinander, Gewicht gleich verteilt
z.B. in Kata: Heian - Sandan

Nekoashi - Dachi
Katzenfußstellung
vorderer Fußballen auf dem Boden,
Gewicht auf dem hinteren Bein
z.B. in Kata: Unsu


Die vier magischen Dreiecke des Karate-Do
Giri Dreieck
Kihon Dreieck
Kata Dreieck
Kumite Dreieck

Shihan Peter Brockers entwickelte diese Darstellung des Karate, um den Schülern einige Aspekte zu verdeutlichen, welche beim Studium des Karate-Do zu beachten sind.

Zunächst betrachten wir das zugrunde liegende Konzept des Dreieckes. Baut man einen Stuhl, so muss man sich entscheiden, wie viele Beine er haben soll. Bekommt der Stuhl nur ein Bein, so ist er nicht in der Lage von sich aus zu stehen. Einen solchen Schemel stellt man entweder auf den Kopf oder lehnt ihn in eine Ecke.
Erhält der Stuhl zwei Beine, so wird er umfallen. Er muss z.B. an eine Wand gelehnt werden.

Mit drei Beinen ist der Stuhl stabil! Er ist in der Lage von sich aus zu stehen und benötigt keine Hilfe von außen. Setzt man sich auf einen Stuhl mit drei Beinen, kann man sich nur dann ohne Lehne gerade halten, wenn jedes Stuhlbein gleich lang ist. Ist ein Bein kürzer, so sitzt man im Ungleichgewicht.

Erhält der Stuhl vier Beine, so bedarf es nur geringer Abweichung eines einzelnen Stuhlbeins, um ihn ins wackeln zu bringen.

Ein stabiler Stuhl hat also drei gleichlange Beine. Ebenso verhält es sich mit den Bestandteilen des Karate-Do.

 Bei der Betrachtung des Dreieckes fällt auf, das es nicht nur drei Ecken, sondern auch drei Linien hat. Jede Linie kann man auch als Strecke oder Pfad betrachten. Der Karateka beginnt zunächst in der unteren linken Ecke. Und muss nun die Strecke zur rechten unteren Ecke überwinden, um seinem Dreieck die Basis zu geben! Von dort aus beschreitet er einen Pfad, welcher Ihn zur oberen Ecke führt. Sein Dreieck ist jedoch erst dann komplett, wenn er auch den dritten Pfad vollendet hat.

Der Mathematiker wird sofort verstehen, dass die exakt gleichseitigen Dreieck kein Viereck bilden können. Wer allerdings einmal die Dreiecke aufrecht stellt und zu einer Pyramide zusammen schiebt. Hat von oben auf die Pyramide exakt dieses Bild. Das Karate-Do ist also die Spitze der Pyramide. Diese kann nicht erreicht werden, wenn eine Seite eines Dreieckes fehlt oder vernachlässigt wird.



                                                                                                                  

Karate und Notwehr

Karate dient nur der Selbstverteidigung! Karate soll auch den Charakter des Karatekas bilden, er soll ehrlich, hilfreich und im Sport fair sein! Unsportlichkeit, egal ob tatsächlich (körperlich) oder verbal (mündlich), kann zum Ausschluss aus dem Verein führen!

Was ist Notwehr?

Notwehr ist diejenige Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff von sich selbst oder einem anderen abzuwenden.

Was ist ein gegenwärtiger Angriff?

Jede unmittelbare, bevorstehende, gerade stattfindende oder fortdauernde Verletzung eines Rechtsgutes.  

Was ist ein Rechtsgut?

Rechtsgüter sind z.B.: Leben, Leib, Freiheit, Ehre oder Eigentum. Die Reihenfolge ist in diesem Falle besonders wichtig, denn Leben bzw. die Unversehrtheit des Leibes ist in jedem Fall höher zu bewerten, als eventueller Verlust von Eigentum.

Welche Verteidigung ist "erforderlich"?

Die Erforderlichkeit bestimmt sich nach Stärke und Gefährlichkeit des Angriffes; grundsätzlich ist das leichteste bzw. das mildeste Mittel zur Abwehr zu wählen.

Dies waren Auszüge aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Vor Gericht würde der Karateka besonders danach geprüft, da er praktisch als Fachmann für Selbstverteidigung angesehen wird.